Karlsbrücke Prag Glücksbringer

5/5 – (1 vote)

Karlsbrücke Prag Glücksbringer: Hier soll dein Wunsch in Erfüllung gehen

Wer zum ersten Mal über die Karlsbrücke läuft, bemerkt an einer Stelle praktisch immer eine kleine Menschenansammlung. Besucher bleiben stehen, legen ihre Hände auf eine glänzende Bronzeplatte und gehen anschließend weiter. Manche machen ein Foto, andere schließen kurz die Augen und wünschen sich etwas.

Der Grund dafür ist Johannes von Nepomuk. Seine Bronzestatue von 1683 ist der bekannteste Glücksbringer der Karlsbrücke. Doch rund um den Heiligen gibt es nicht nur eine einzige Stelle, an der Besucher ihr Glück versuchen können. Es gibt die glänzenden Reliefs am Sockel der Statue, das Messingkreuz mit fünf Sternen an der Brüstung und mehrere Berührstellen, die sich im Laufe der Zeit zu festen Ritualen entwickelt haben.

Ich zeige dir, wo du sie findest, was du dort machen kannst und was hinter dem Karlsbrücke-Glücksbringer tatsächlich steckt.

Welcher Glücksbringer steht auf der Karlsbrücke?

Der bekannteste Glücksbringer der Karlsbrücke ist Johannes von Nepomuk. Seine bronzene Statue wurde 1683 von Jan Brokoff geschaffen und steht auf der Kleinseitner Seite der Brücke. Sie ist die älteste noch an ihrem Platz erhaltene Statue der Karlsbrücke.

Johannes von Nepomuk erkennst du sofort an den fünf Sternen um seinen Kopf, dem Kruzifix, der Märtyrerpalme und dem kanonischen Gewand. Die Statue steht außerdem in unmittelbarer Nähe zu der Stelle, an der Johannes von Nepomuk der Überlieferung nach 1393 von der Brücke in die Moldau gestürzt wurde. An genau dieser Stelle befindet sich heute auch ein weiterer wichtiger Glücks- und Wunschpunkt.

Wenn du mehr über die gesamte Figurengruppe der Karlsbrücke erfahren möchtest, findest du hier meine Übersicht:
→ Karlsbrücke Statuen: alle 30 Figuren und ihre Geschichten

Das Relief von Johannes von Nepomuk

An der Statue solltest du nicht nur nach oben schauen. Interessant wird es nämlich am Sockel. Die Statue steht auf einem dreiteiligen Sockel mit drei Bronzeplatten. Auf der linken Platte ist die Beichte der Königin Sophia dargestellt. Auf der rechten Seite siehst du den Sturz des Johannes von Nepomuk in die Moldau. Dazwischen befindet sich eine Inschrift mit dem Namen des Stifters und dessen Wappen.

Vor allem die beiden figürlichen Reliefs werden von Besuchern berührt. Du erkennst die entsprechende Stelle leicht: Die Bronze ist durch die vielen Berührungen deutlich heller und glänzender als die übrige Oberfläche.

Der Hund auf dem Relief – bringt er wirklich Glück?

Besonders auffällig ist der Hund auf einem der Reliefs. Er gehört zu den Stellen, die ebenfalls von Besuchern häufig berührt werden. Im Internet findest du immer wieder die Behauptung, dass speziell das Berühren des Hundes Glück bringt oder eine Rückkehr nach Prag verspricht. Belegt ist das aber nicht weiter. Es ist einfach eine besonders beliebte Berührstelle.

Das Kreuz mit den fünf Sternen: Hier darfst du dir etwas wünschen

Noch spannender ist eine zweite Stelle auf der Karlsbrücke. An der Brüstung befindet sich auf einer Marmortafel ein kleines doppeltes Erzbischofskreuz aus Messing mit fünf Sternen. Es markiert der Überlieferung nach die Stelle, an der Johannes von Nepomuk in die Moldau gestürzt wurde.

Und hier kommt der eigentliche Wunschbrauch ins Spiel: Lege deine Hand so auf das Kreuz, dass jeder deiner fünf Finger einen der fünf Sterne berührt. Der Überlieferung zufolge soll dadurch ein geheimer Wunsch in Erfüllung gehen.

Ob du daran glaubst, bleibt natürlich dir überlassen. Aber wenn du schon einmal dort bist, ist es ein nettes kleines Ritual. Und keine Sorge: Du musst nicht stundenlang nach der Stelle suchen. Schau einfach nach den Menschen, die an der Brüstung stehen und ihre Hand auf das glänzende Kreuz legen.

Warum hat Johannes von Nepomuk fünf Sterne?

Nach der Überlieferung erschienen fünf sternartige Lichter über dem Wasser, nachdem Johannes von Nepomuk in die Moldau geworfen worden war. Deshalb wird er auf seinen Darstellungen mit fünf Sternen um den Kopf gezeigt.

Prague City Tourism nennt außerdem die Deutung, dass die fünf Sterne für die fünf Buchstaben des lateinischen Wortes „tacet“ stehen – „er schweigt“. Das passt zur Überlieferung, nach der Johannes von Nepomuk das Beichtgeheimnis der Königin Sophia nicht verraten haben soll.

Ist Johannes von Nepomuk wirklich ein Glücksbringer?

Historisch ist Johannes von Nepomuk natürlich nicht als „Glücksbringer“ im heutigen Sinn bekannt. Die Verbindung mit Glück und Wünschen ist vielmehr eine überlieferte Besuchstradition, die sich rund um die Statue und die Stelle seines angeblichen Sturzes entwickelt hat.

Gleichzeitig besitzt der Heilige eine viel weitergehende Bedeutung. Johannes von Nepomuk wurde in Böhmen und darüber hinaus als Heiliger verehrt und gilt unter anderem als Schutzpatron gegen die Gefahren des Wassers. Seine Darstellungen findet man deshalb besonders häufig an Brücken. Die Statue auf der Karlsbrücke war dabei besonders wichtig: Sie wurde 1683 aufgestellt und wurde zum Vorbild für zahlreiche weitere Darstellungen des Heiligen.

Was solltest du an der Statue beachten?

Wenn du vor Johannes von Nepomuk stehst, schau dir einmal die Details an. Die Statue selbst ist aus Bronze und wurde 1683 aufgestellt. Sie ist etwa 2,5 Meter hoch und steht auf einem aufwendig gestalteten Sockel. Besonders auffällig sind:

  • die fünf Sterne um seinen Kopf
  • das Kruzifix
  • die Märtyrerpalme
  • das Relief der Beichte der Königin Sophia
  • das Relief des Sturzes in die Moldau
  • das kleine Messingkreuz mit fünf Sternen an der Brüstung

Gerade wenn du mit Kindern unterwegs bist, kannst du daraus eine kleine Suchaufgabe machen: Wer entdeckt zuerst die fünf Sterne? Und wo befindet sich das zweite Kreuz mit den fünf Sternen?

Glücksbringer oder Touristenritual?

Auf der Karlsbrücke verschwimmen Geschichte, Legende und Tourismus ein bisschen miteinander. Genau das macht den Brauch aber auch so charmant. Das glänzende Relief ist inzwischen zu einer festen Anlaufstelle für Besucher geworden. Viele bleiben kurz stehen, berühren die Figur und ziehen anschließend weiter. Der Brauch ist also längst Teil des heutigen Karlsbrücken-Erlebnisses.

Ich würde ihn deshalb weder als historische Tatsache verkaufen noch ins Lächerliche ziehen. Es ist eine alte Überlieferung, die bis heute von Besuchern weitergeführt wird. Und wenn du ohnehin schon davorstehst, kannst du deinen Wunsch ja einfach einmal ausprobieren.

Ist der Glücksbrauch wirklich 700 Jahre alt?

Die Statue selbst steht seit 1683 auf der Karlsbrücke. Der heutige Brauch, die Bronze für Glück zu berühren, ist aber offenbar wesentlich jünger. Der Prager Historiker und Stadtführer David Černý erklärte gegenüber Radio Prague International, er habe den Ursprung des Berührens für Glück ungefähr bis 1990 zurückverfolgen können. Seiner Darstellung zufolge begannen damals Studenten, Besuchern gegen eine kleine Gebühr das Berühren der Statue für Glück anzubieten. Als Hinweis nennt er unter anderem historische Fotos aus den 1950er-Jahren, auf denen die heute glänzenden Berührstellen noch nicht entsprechend abgenutzt erscheinen.

So findest du den Glücksbringer

Wenn du vom Altstädter Brückenturm in Richtung Kleinseite über die Karlsbrücke gehst, befindet sich die Statue des Johannes von Nepomuk auf der rechten Seite der Brücke. Sie steht zwischen der Statue des Johannes des Täufers und der Gruppe der böhmischen beziehungsweise tschechischen Patrone. Das kleine Messingkreuz mit den fünf Sternen befindet sich an der Brüstung bei der überlieferten Stelle des Sturzes in die Moldau.

Mein Tipp: Schau nicht nur auf die Statue selbst. Erst die fünf Sterne über dem Kopf entdecken, dann die Reliefs am Sockel anschauen und anschließend das kleine Kreuz an der Brüstung suchen. So bekommst du viel mehr von der Geschichte mit, als wenn du nur kurz die glänzende Stelle berührst und weitergehst.

Mein Tipp für deinen Besuch

Ich würde den Glücksbrauch auf der Karlsbrücke einfach mitnehmen – ganz egal, ob du an solche Dinge glaubst oder nicht. Schau dir zuerst Johannes von Nepomuk in Ruhe an. Die Statue ist schließlich nicht nur irgendein Punkt, an dem Touristen ihre Hände auf eine Bronzeplatte legen, sondern eine der wichtigsten und ältesten Skulpturen der Karlsbrücke.

Danach kannst du dir die beiden Reliefs anschauen und schließlich zum Messingkreuz mit den fünf Sternen gehen. Wenn du möchtest, leg deine Hand darauf, berühre mit deinen fünf Fingern die fünf Sterne und denk kurz über deinen Wunsch nach.

Ob er in Erfüllung geht? Das kann ich dir natürlich nicht versprechen. Aber zumindest hast du damit ein kleines Stück der heutigen Karlsbrücken-Tradition selbst ausprobiert. Aber eine Sache ist sicher: Du wirst danach die fünf Sterne des Johannes von Nepomuk wahrscheinlich jedes Mal erkennen, wenn dir irgendwo eine Nepomuk-Statue begegnet.

Die häufigsten Fragen zum Karlsbrücke Prag Glücksbringer

Was ist der Glücksbringer auf der Karlsbrücke?

Der bekannteste Glücksbringer ist die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk. Besucher berühren das Relief an ihrem Sockel für Glück.

Wie viele Sterne hat Johannes von Nepomuk?

Johannes von Nepomuk wird mit fünf Sternen um den Kopf dargestellt. Sie gehören zu seinen charakteristischen Attributen.

Welche Statue auf der Karlsbrücke ist die älteste?

Die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk von Jan Brokoff aus dem Jahr 1683 ist die älteste Skulptur auf der Karlsbrücke.

Kann man sich auf der Karlsbrücke wirklich etwas wünschen?

Das gehört zur Überlieferung rund um das Messingkreuz mit den fünf Sternen. Ob der Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht, bleibt natürlich eine Frage des persönlichen Glaubens. Die Tradition ist Teil des heutigen Besuchs der Karlsbrücke.