
Die Karlsbrücke in Prag
Die Karlsbrücke in Prag ist eine der ältesten Brücken in Europa. Sie wurde im 14. Jahrhundert von Kaiser Karl IV. erbaut. Die gotische Architektur und die vielen barocken Skulpturen entlang der Brücke sind eine Besonderheit. Sie zeigen Heilige und stammen aus dem 17. Jahrhundert.
Die Karlsbrücke in Prag gehört für mich zu den Sehenswürdigkeiten, die dun bei einem Besuch der tschechischen Hauptstadt einfach gesehen haben musst. Sie führt über die Moldau und verbindet die historische Altstadt (Staré Město) mit der Kleinseite (Malá Strana). Dabei ist sie nicht einfach nur die Verbindung zwischen zwei Stadtteilen: Die gotische Architektur, die barocken Statuen und die besondere Lage mitten in Prag machen die Karlsbrücke zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Ich war bei unserem Prag-Besuch natürlich mehrfach auf der Brücke unterwegs. Und genau das würde ich dir auch empfehlen: Nicht nur einmal schnell darüberlaufen, sondern die Karlsbrücke zu unterschiedlichen Tageszeiten erleben. Früh am Morgen ist die Stimmung eine ganz andere als mitten am Tag, wenn sich die Besucher dicht an dicht über das historische Pflaster bewegen.
Die Karlsbrücke ist etwa 516 Meter lang und wird von 16 Steinbögen getragen. Auf Tschechisch heißt sie Karlův most. Sie ist die älteste erhaltene Brücke über die Moldau in Prag und verbindet heute zwei der schönsten historischen Bereiche der Stadt. Wenn du von der Prager Altstadt rund um den Altstädter Ring und den Wenzelsplatz in Richtung Prager Burg oder Petřín unterwegs bist, führt dein Weg automatisch über die Karlsbrücke.
Ihre Geschichte reicht weit zurück. Bevor die heutige Steinbrücke entstand, gab es an dieser Stelle zunächst eine Furt und später eine hölzerne Brücke. Die Judithbrücke wurde 1342 durch eine schwere Überschwemmung zerstört. Eine provisorische Holzbrücke musste zunächst die Verbindung über die Moldau sicherstellen, bevor der Bau der heutigen Karlsbrücke begann.
Kaiser Karl IV. legte im Jahr 1357 den Grundstein für die neue Brücke. Die Planung wird Matthias von Arras zugeschrieben, während Peter Parler als bedeutender Baumeister der Brücke gilt. Gebaut wurde die Bogenbrücke aus Sandstein, Granit und weiteren Materialien. Um die Entstehung der Brücke ranken sich bis heute zahlreiche Geschichten und Legenden.
Die Brücke steht unter einem guten Stern
Extrem faszinierend ist die Legende von ihrer Entstehung im Jahr 1357. Der Erzählung nach entschied Kaiser Karl IV., dass der Bau der Brücke genau am 9. Juli um 5:31 Uhr beginnen sollte. Warum? Der Grund für diese spezifische Zeit und Datum war die günstige astrologische Konstellation von Sonne und Saturn sowie die besondere numerische Eigenschaft des Datums. Das Datum 9.7.1357 mit der Uhrzeit 5:31 Uhr bildet sich aus der Zahlenfolge der aneinandergereihten ungeraden Zahlen von 1 bis 9 aufsteigend und absteigend: 1-3-5-7-9-7-5-3-1.
Die Brücke machte die Stadt reich
Die Karlsbrücke war eine wichtige Verkehrs- und Handelsverbindung zwischen West- und Osteuropa. Wer mit Waren durch Prag unterwegs war, musste die Moldau überqueren – und die Karlsbrücke spielte dabei eine zentrale Rolle. Der Handel brachte Geld in die Stadt und trug dazu bei, dass Prag zu einem wichtigen europäischen Zentrum wurde.
Ihre heutige barocke Erscheinung erhielt die Karlsbrücke vor allem ab dem späten 17. Jahrhundert. Damals wurden nach und nach zahlreiche Skulpturen und Statuen auf der Brücke aufgestellt. Insgesamt stehen heute 30 Skulpturen auf der Brücke.
Auch ihre Nutzung hat sich im Laufe der Zeit verändert. Früher durften Fahrzeuge die Moldau über die Karlsbrücke überqueren. Später fuhren hier Kutschen, Straßenbahnen und Busse. Heute gehört die Brücke ausschließlich den Fußgängern.
Das macht ihren besonderen Charakter aus: Du kannst mitten durch das historische Zentrum von Prag spazieren, während unter dir die Moldau fließt und sich rundherum die Türme, Häuser und Sehenswürdigkeiten der Stadt erheben. Künstler, Musiker und Souvenirhändler gehören ebenso zum Bild wie die vielen Besucher.
Gut zu wissen
Früher durfte man über die Brücke fahren – das ist heute jedoch nicht mehr möglich. Es gibt keinen motorisierten Verkehr über die Brücke. Sie ist ausschließlich für Fußgänger zugänglich.
Der Heilige Nepomuk als Glücksbringer
Die Nepomuk-Statue auf der Karlsbrücke ist wirklich etwas Besonderes. Sie wurde im Jahr 1683 aufgestellt und erinnert an den Heiligen Johannes von Nepomuk. Es heißt, er sei von dieser Brücke in die Moldau geworfen worden, weil er das Beichtgeheimnis nicht verraten wollte. Die Statue ist nicht nur sehenswert, sondern auch ein Glücksbringer für viele Menschen. Wenn du daran glaubst: Besucher streicheln das Hunderelief unterhalb der Statue auf der linken Seite des Podestes. Es gilt als Tradition, dass das Berühren dieses Reliefs Glück bringen soll. Dementsprechend hell blinkt das Kuper an dieser Stelle, da soviele Menschen darüberstreicheln und das Metall somit pollieren.
–> Karlsbrücke Glücksbringer
Interessant zu wissen:
Uns hat das an den Schönen Brunnen in Nürnberg erinnert, wo man an einem Ring dreht und sich etwas wünschen darf. Die Hunderelief an der Nepomuk-Statue hat übrigens einen weiteren Bezug zu Nürnberg: Es wurde in Nürnberg gegossen und nach Prag geliefert, um hier aufgestellt zu werden.
–> Schöner Brunnen
Grundlegende Informationen zur Brücke:
- Land: Tschechische Republik
- Verbindung: Via Czechia – Stezka středozemím (Fußgänger)
- Verkehr: nur für Fußgänger
- Überquerung: Moldau
- Architekt: Petr Parléř
- Eröffnet: 1402
- Länge: 515,76 m
- Breite: 9,4 bis 9,5 m
- Höhe: 13 m
- Pfeiler: 15
Geschichte:
Die Karlsbrücke ersetzte die vorherige Judithbrücke, die im Jahr 1342 durch überdimensional starke Schneeschmelze im Frühjahr zerstört wurde. Der Bau der neuen Brücke begann im Jahr 1357 unter der Schirmherrschaft von König Karl IV. und wurde 1402 abgeschlossen. Prag wurde durch die steinerne Brücke zu einer bedeutenden Station auf den europäischen Handelsrouten.
Architektur:
- Die Brücke besteht aus Sandstein und hat eine Länge von 515,76 Metern und eine Breite von 9,40–9,50 Metern.
- Sie besteht aus sechzehn Bögen mit einer Spannweite von 16,62 m bis 23,38 m.
- Die Brücke hat drei Türme: den größeren und kleineren Kleinseitner Brückenturm auf der Kleinseite und den Altstädter Brückenturm auf der Seite der Altstadt.
Skulpturen und Statuen:
- Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurden auf der Brücke nach und nach 30 hauptsächlich barocke Skulpturen und Statuen aufgestellt.
- Die Skulpturen und Statuen bilden eine harmonische Verbindung zwischen der monumentalen mittelalterlichen Architektur und der Barockdekoration.
- Zu den wertvollsten Skulpturen gehören die des heiligen Luitgarda von Matyáš Bernard Braun und die Werke von Ferdinand Maximilian Brokoff.
- Im 19. Jahrhundert erfolgte eine Veränderung der Dekoration, wobei einige ursprüngliche barocke Skulpturen durch klassizistische Werke ersetzt wurden.
Gegenwart:
- Die Karlsbrücke ist ein beliebter Ort für Touristen und Spaziergänger und bietet einen wunderschönen Blick auf Prag.
- Der historische königliche Weg führt über diese Brücke.
- Einige der originalen Skulpturen und Statuen wurden verlegt und sind jetzt im Lapidarium auf dem Prager Messegelände und im Saal Gorlice auf der Prager Burg aufbewahrt.
Der Kleinseitner Brückenturm

Der Kleinseitner Brückenturm (Malostranská mostecká věž) bildet das westliche Ende der Karlsbrücke. Direkt dahinter beginnt die Kleinseite, einer der historischen Stadtteile von Prag. Der Turm wurde um 1464 im Auftrag von König Georg von Podiebrad errichtet. Mit seinen gotischen Formen, den kunstvollen Reliefs und den markanten Türmchen gehört er zu den auffälligen Bauwerken rund um die Karlsbrücke. Du kannst den etwa 30 Meter hohen Turm besichtigen. Von oben hast du einen schönen Blick auf die Karlsbrücke, die Moldau und die Prager Altstadt.
–> Kleinseitner Brückenturm
Der Altstädter Brückenturm

Auf der anderen Seite der Moldau erwartet dich der Altstädter Brückenturm (Staroměstská mostecká věž). Der gotische Turm ist der Eingang zur Karlsbrücke von der Altstadt aus. Der Turm auf der Karlsbrücke gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken Prags. Er entstand im 14. Jahrhundert unter Beteiligung von Peter Parler. Wenn du die Möglichkeit hast, hinaufzusteigen, lohnt sich das besonders wegen des Blicks von oben. Über die Stufen erreichst du die Aussichtsebene und kannst von dort die Karlsbrücke, die Moldau und die historische Altstadt von Prag überblicken.
–> Altstädter Brückenturm
Wissenswert für den Besuch der Karlsbrücke
Die Karlsbrücke gehört zu den meistbesuchten Prag Sehenswürdigkeiten. Das merkst du vor allem tagsüber sehr schnell. Dann schieben sich teilweise große Menschenmengen über das historische Pflaster.
Wir waren bei unserem Besuch ebenfalls mitten im Trubel unterwegs. Uns hat das nicht unsicher fühlen lassen, trotzdem solltest du im Gedränge ein bisschen auf deine Sachen achten. Gerade an stark besuchten Orten ist es sinnvoll, Wertsachen nicht offen zu tragen und deine Tasche im Blick zu behalten.
Wenn du die Karlsbrücke dagegen etwas ruhiger erleben möchtest, solltest du deinen Besuch möglichst auf die frühen Morgenstunden legen. Dann hast du nicht nur mehr Platz, sondern kannst auch die Architektur, die Moldau und die Aussicht viel entspannter auf dich wirken lassen.
-> Karlsbrücke Öffnungszeiten
-> Karlsbrücke Preise
Weitere Sehenswürdigkeiten in Tschechien
Solltest du nach oder vor deinem Besuch in Prag noch weiter durch Tschechien reisen, lohnen sich diese Sehenswürdigkeiten. Wir waren auf unseren Tschechien Urlaub hier und fanden sehr schön:
- Tyssaer Wände: Die Tyssaer Wände sind eine Felsformation im Nationalpark Böhmische Schweiz. Diese bizarren Sandsteinfelsen bilden eine wirklich malerische Landschaft – perfek zum Wandern: -> Tyssaer Wände
- Adersbacher Felsenstadt: Die skurrilen Felsformationen bilden eine surreale Landschaft. Das musst du einfach mal gesehen haben, schau hier die Bilder: -> Adersbacher Felsenstadt
- Prebischtor: Das Prebischtor (Pravčická brána) ist ein natürlicher Felsbogen und der Größte seiner Art in Europa. Als Wanderer kannst du zum Tor hinauf und von den Aussichtsplattformen hinunter schauen. -> Prebischtor
Häufige Fragen zur Karlsbrücke Prag
Die Karlsbrücke (Karluv most auf Tschechisch) ist eine historische Brücke in der tschechischen Hauptstadt Prag.
Die Karlsbrücke wurde im Jahr 1357 begonnen und 1402 fertiggestellt. Sie ist also über 600 Jahre alt.
Die Moldau fließt unter der Karlsbrücke hindurch.
Die Karlsbrücke ist etwa 13 Meter hoch über dem Wasserspiegel der Moldau.
Die Karlsbrücke ist 516 Meter lang und etwa 10 Meter breit.
Es gibt mehrere Statuen auf der Karlsbrücke, bei denen das Berühren Glück bringen soll. Besonders beliebt ist das Berühren der Statue des Heiligen Johannes Nepomuk.
Der Heilige Johannes Nepomuk wurde 1393 von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen, weil er sich weigerte, das Beichtgeheimnis zu brechen.
Auf der Karlsbrücke stehen 30 Statuen und Skulpturengruppen, darunter die des Heiligen Johannes Nepomuk, des Heiligen Vitus, des Heiligen Wenzel und viele andere.
Die Brücke wurde mehrmals von Überschwemmungen bedroht. Im Jahr 1890 wurde die Brücke durch eine Überschwemmung schwer beschädigt, was zu umfangreichen Reparaturen führte. Die Generalüberholung in den Jahren 1965–1978 und die spätere Rekonstruktion in den Jahren 2007–2010 konzentrierten sich darauf, die Brücke zu erhalten. Seitdem ist sie wieder uneingeschränkt zugänglich.
– Brandenburger Tor, Berlin, Deutschland: Das Brandenburger Tor ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Berlins und symbolisiert die Einheit der Stadt. Es wurde im späten 18. Jahrhundert erbaut und diente als Stadttor. Heutzutage ist es ein Symbol für Frieden und Freiheit. Die Website für weitere Informationen ist hier.
– Pragser Wildsee, Italien: Der Pragser Wildsee, auch als Lago di Braies bekannt, ist ein malerischer Bergsee in den Dolomiten. Umgeben von bewaldeten Bergen und Almwiesen bietet der See eine atemberaubende Kulisse. Er ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturliebhaber. Weitere Informationen sind auf dieser Webseite verfügbar.
– Leutascher Geisterklamm, Österreich: Die Leutaschklamm, auch als Geisterklamm bekannt, ist eine spektakuläre Schlucht in den österreichischen Alpen. Der Klammweg führt durch beeindruckende Felsformationen, Wasserfälle und Schluchten. Die Webseite für weitere Informationen findest du hier.
– Stephansplatz, Wien, Österreich: Der Stephansplatz ist der zentrale Platz in Wien, umgeben von historischen Gebäuden und Geschäften. Das dominierende Bauwerk ist der Stephansdom, ein gotischer Dom, der das Stadtbild prägt. Der Platz ist ein belebter Treffpunkt und Ausgangspunkt für Erkundungen in der Innenstadt von Wien. Weitere Informationen sind auf dieser Webseite verfügbar.
– La Rambla, Barcelona, Spanien: La Rambla ist eine berühmte Straße im Herzen von Barcelona, die sich über 1,2 Kilometer erstreckt. Sie ist bekannt für ihre lebendige Atmosphäre, Straßenkünstler, Cafés und Geschäfte. Ein Spaziergang entlang dieser Straße bietet einen Einblick in das pulsierende Leben der Stadt. Weitere Informationen.
– Walhalla, Donaustauf, Deutschland: Die Walhalla ist eine monumentale Gedenkstätte in der Nähe von Regensburg, die bedeutenden Persönlichkeiten der deutschen Geschichte gewidmet ist. Sie wurde im Stil eines griechischen Tempels erbaut und bietet einen beeindruckenden Ausblick auf die Donau. Weitere Informationen.
– Altstadt von Erfurt, Deutschland: Die Altstadt von Erfurt ist bekannt für ihre gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäude, engen Gassen und den beeindruckenden Domplatz. Sie bietet eine charmante Mischung aus Geschichte und Kultur, die Besucher in vergangene Zeiten zurückversetzt. Weitere Informationen.
Die Karlsbrücke (Karluv most) in Prag wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Der Bau der Brücke begann im Jahr 1357. Die Grundsteinlegung erfolgte an einem symbolisch bedeutenden Datum, am 9. Juli 1357, um 5:31 Uhr – die Uhrzeit ergibt ein Palindrom (135797531). Der Bau wurde von Peter Parler geleitet und die Brücke wurde schließlich im Jahr 1402 fertiggestellt. Die Karlsbrücke hat also eine lange Geschichte von über 600 Jahren und ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke dieser Art in Europa.
Die Karlsbrücke (Karluv most) in Prag hat ihren Namen von Kaiser Karl IV., dem römisch-deutschen Kaiser und König von Böhmen. Der volle Name der Brücke lautet auf Tschechisch „Karlův most“, was übersetzt „Karls Brücke“ bedeutet. Die Brücke wurde unter der Schirmherrschaft von Kaiser Karl IV. erbaut und die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1357.
Kaiser Karl IV. war eine bedeutende Figur in der Geschichte Böhmens und des Heiligen Römischen Reiches. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Kunst, Kultur und Architektur in Böhmen und die Karlsbrücke ist ein herausragendes Beispiel für sein Erbe.
Auf der Altstädter Seite gibt es den Altstädter Brückenturm, während es auf der Kleinseitner Seite zwei Türme gibt: einen unversehrten Turm der ehemaligen Judithbrücke und den höheren Kleinseitner Brückenturm.
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Titelbild: Martin Krchnacek, Unsplash

